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Wie bei jeder Rasse - und im Besonderen bei vorwiegend weißen Rassen - kann es auch beim Dogo Argentino vorkommen, dass ein Welpe teilweise taub oder taub zur Welt kommt.
Das Phänomen, dass Tiere mit weißem Fell häufiger von Taubheit betroffen sind, findet seine Ursache darin, dass es unter der Vielzahl von Genen, die für die Fellfärbung verantwortlich sind, einige wenige gibt, welche auch für die Entwicklung des Gehörs von Bedeutung sind. So entsteht eine bestimmte Relation zwischen Färbung des Fells und Taubheit.
Dass auch ein tauber Hund bei richtiger Betreuung und Erziehung nur wenig seiner Lebensqualität einbüßt, ist heute bekannt. Ist der Hund auf beiden Seiten taub, wird es sicherlich nach einiger Zeit auch ohne besondere Untersuchungen auffallen. Einseitige Taubheit hingegen lässt sich vermutlich nur mit einer speziellen, audiometrischen Untersuchung (BAER-Test) feststellen.
Der BAER-Test (Brain Auditory Evoked Response) wird im Alter von ca. 5 Wochen von Tierärzten oder Kliniken mit spezieller Ausstattung durchgeführt. Dabei messen Elektroden die Gehirnströme des Welpen als Reaktion auf Geräusche. Jedes Ohr wird einzeln getestet. Somit wird sichergestellt, dass bzw. wie viel der Welpe hört.
Ein unilateraler (einseitig hörender) Hund unterscheidet sich nicht von einem bilateralen (beidseitig hörenden). Lediglich das räumliche Hörvermögen ist eingeschränkt. Das bedeutet, dass der Hund unter Umständen nicht orten kann, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt. Ruft man ihn oder benutzt eine Pfeife, so kann es passieren, dass er zunächst in die falsche Richtung schaut und läuft. Auf dem Trainingsgelände kam es zum Beispiel oft vor, dass unser Rüde auf Pfiff sofort freudig kam, leider aber zum falschen Herrchen oder Frauchen. Befand er sich im Garten und wurde vom Balkon oberhalb des Gartens aus gerufen, war er völlig überfordert. Mit zunehmendem Alter kompensiert er jedoch dieses Defizit und wird zielsicherer, was die Ortung der Geräuschquellen anbelangt.
Ein unilateraler Hund hat keinerlei Nachteil, weder für den Besitzer noch hinsichtlich seiner Lebensqualität. Er ist allerdings nicht zur Zucht geeignet / zugelassen, da er die Taubheit an seine Nachkommen vererben könnte. Ob ein unilateraler Dogo zur Jagd eingesetzt werden kann und die selben Qualitäten wie sein beidseits hörender Kollege entwickelt, hängt in erster Linie vom jeweiligen Hund und seinen Fähigkeiten ab.
Kauft man einen Dogo Argentino beim Züchter, ist es im günstigsten Fall so, dass der Welpe einem BAER-Test unterzogen wurde und das Ergebnis zusammen mit den Papieren ausgehändigt wird.